Archiv für Juni 2010

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Vom 22. bis 24. Juni findet in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf das Symposion „Traditionen jüdischen Denkens in Europa“ statt.

Neben Vorträgen zur Philosophie, Kulturkritik und -anthropologie bei Ja'ir Chaim Bacharach, Isaak Wetzlar, Jakob Emden, Jonathan Eibeschütz, Ascher Anschel Worms, Moses Mendelssohn, Martin Buber, Georg Lukács, Walter Benjamin, Hannah Arendt, Margarete Susman, Jean Améry, Imre Kertész und Claude Lévi-Strauss gibt es Beiträge zu literarischen Traditionen bei Heinrich Heine, Franz Kafka, Paul Celan, Hilde Spiel, Umberto Saba, Italo Svevo und Inge Merkel von ausgewiesenen Judaisten, Literatur- und Kulturwissenschaftlern aus den USA, Italien, Belgien und Deutschland.

Veranstalter des Symposions, das als Auftaktveranstaltung zur Einrichtung eines Forschungsschwerpunkts zum Thema „Jüdische Traditionen in Europa“ an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf vom 22. – 24.6. im Großen Vortragssaal der Universitäts- und Landesbibliothek, Universitätsstraße 1, stattfinden wird, ist das Institut für Germanistik II der Heinrich-Heine-Universität in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle der „Martin Buber-Werkausgabe“. Das gesamte Programm findet sich unter http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ2/witte/tagungen/juedisches_denken/
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die deutsche zombiearmee marschiert: der kurzfilm hier

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Flugblatt der AgAI NRW

Am 05. Juni 2010 rief die Assoziation gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft NRW zu einer Kundgebung gegen die Berichterstattung in den deutschen Medien bezüglich der israelischen Militäraktion am 31. Mai 2010 auf.
Hier zur Dokumentation das in der Düsseldorfer Innenstadt verteilte Flugblatt:

Flugblatt zur Berichterstattung in den deutschen Medien bezüglich der israelischen Militäraktion am 31. Mai 2010

Die Fülle der Berichterstattungen zu Israels Militäraktion am vergangenen Montag ist gewaltig und die deutschen Medien sind sich einig wie nur selten: Israels Angriff auf einen Hilfskonvoi war brutal und unverhältnismäßig. Trotz der unzähligen Meldungen geht in vielen Berichten unter, gegen wen sich Israels Vorgehen eigentlich richtete. Bei der Beurteilung des Vorfalls auf den Schiffen muss berücksichtigt werden, dass der vorgebliche humanitäre Hilfskonvoi von vornherein als Propaganda-Aktion gegen Israel geplant war.
Zwar mögen Hilfsgütertransporte auf den ersten Blick löblich und ein Angriff auf einen Konvoi von Friedensaktivisten verwerflich erscheinen, doch war im Falle der im Mai gestarteten Flotte schon zu Beginn klar, dass es nicht um humanitäre Hilfe geht. Daraus machten die Organisatoren kein Geheimnis: „Bei dieser Mission geht es nicht darum, humanitäre Güter zu liefern, es geht darum, Israels Blockade zu brechen.“, ließ zum Beispiel Greta Berlin verlauten.1

Um den Vorfall am vergangen Montag beurteilen zu können, muss man sich mit Hintergründen auseinandersetzen, die in den meisten Berichterstattungen als Nebensächlichkeiten gehandelt werden:
Schon bevor die Flotte in See gestochen war, bat Israel den Organisatoren des Hilfskonvois mehrfach an, die Hilfsgüter nach Aschdod (Israel) zu bringen, um sie dann über Land nach Gaza zu liefern. Diese Angebote wurden abgelehnt. Am Morgen des vergangenen Montags wiederholte Israel sein Angebot ein letztes Mal. Trotz des erneuten Hinweises, dass der Konvoi gestoppt werden würde, sofern er weiter auf die Seeblockade zusteuere, folgte er nicht der Aufforderung und blieb auf Kurs.2 Statt den sicheren Transport der Hilfsgüter zu gewährleisten, wurde also eine Situation provoziert, bei der sich alle Beteiligten darüber sicher sein konnten, dass es zu einer Auseinandersetzung auf See kommen würde. Wenig später stoppte die israelische Marine die Flotte.

Berichterstattungen, die von einer gewaltsamen Intervention Israels ausgehen, ignorieren die Tatsache, dass es auf fünf von sechs Schiffen zu keiner Eskalation kam. Auch die Berichte zu den eigentlichen Ausschreitungen auf dem Schiff „Mavi Marmara“ sind größtenteils einseitig oder unvollständig. Verschiedene Videoaufnahmen3 zeigen deutlich, dass die israelischen Soldaten unverzüglich nach ihrer Landung auf dem Schiff von den Demonstranten mit Eisenstangen, Messern und Brandsätzen angegriffen wurden. Nach Angaben eines Armeesprechers setzten sie zunächst nicht-tödliches Geschoss ein, um das Schiff unter Kontrolle zu bekommen.4 Nachdem ihnen schließlich zwei Handfeuerwaffen entwendet wurden, wurde in Notwehr mit scharfer Munition zurückgeschossen.

Ein weiterer Aspekt der in den Medien keine Beachtung findet, ist der Background der angeblichen Friedensaktivisten. Dass es sich bei der „Mavi Marmara“ nicht um ein „Hilfskonvoi“ handelt, verrät ein genauer Blick auf die Organisatoren. Die „Mavi Marmara“ wurde maßgeblich von der radikalislamischen, türkischen Organisation IHH organisiert und finanziert. Deren Vorsitzender Bülent Yildirim hielt vor wenigen Tagen in Istanbul bei der Einweihungszeremonie für das Schiff – an der auch zwei von Großbritannien aus operierende Topterroristen der Hamas, Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi – eine Rede, in der er unter anderem sagte: „Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina.“5 Ebenfalls zugegen war Scheich Raed Salah, der Führer der „Abteilung Nord“ der „Islamischen Bewegung in Israel“. Salah verfügt nicht nur über gute direkte Kontakte zur Hamas, sondern hat in der Vergangenheit auch mehrfach antisemitische Hasspredigten gehalten. Darin führte er unter anderem aus, die Juden seien „Schlächter von schwangeren Frauen und Babys“, „Diebe“ und „die Bakterien aller Zeiten“; zudem bediente er alte Ritualmordlegenden: „Wir sind nicht diejenigen, die ein Mahl von Brot und Käse in Kinderblut essen.“6 Salah war dann auch einer der Passagiere der „Mavi Marmara“7 – bei deren Auslaufen in Istanbul antisemitische Lieder gesungen wurden8 – und soll auch unter den Verletzten sein.

Spätestens hier wird klar, dass die Solidaritätsflotte in erster Linie politischen Charakter hatte und die Hilfsgüter so zweitrangig waren, dass sich wie nicht selten für Provokateure Israels eine Win-Win-Situation ergab, derer sie sich im vollen Umfang bewusst waren: „Wenn die Schiffe Gaza erreichen, ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das ebenfalls ein Sieg.“ so Hamas-Führer Ismail Haniya.9 Eine Passagierin der „Mavi Marmara“ war sich ähnlich sicher über den siegreichen Ausgang der Fahrt und sagte dem Fernsehsender „Al Jazeera“: „Entweder wir erlangen den Märtyrertod oder den Durchbruch nach Gaza.“10 – beide sollten recht behalten.

Aktuellen Berichten zu Folge ist nicht nur ein zurückgebliebenes, irisches Schiff auf dem Weg nach Gaza, sondern sind auch weitere Flotten in Planung, die die Seeblockade brechen sollen.
Das Problem im Gazastreifen ist allerdings nicht die durch die Angriffe und die Aufrüstung der Hamas notwendig gewordene Blockade, die entgegen weit verbreiteter Meinung keine humanitäre Notlage hervorgebracht hat11, sondern die Herrschaft der Djihadisten, die nicht nur Israel terrorisieren sondern auch all jene Palästinenser, die sich ein friedliches Zusammenleben mit den Israelis wünschen oder sich dem Tugendterror der Islamisten nicht unterordnen wollen. Seit Dienstag befinden sich acht von 26 Lastkraftwagen mit den Hilfsgütern des gestoppten Konvois vor den Grenzen Gazas. Die Hamas kündigte an, die Einfuhr solange zu verweigern, bis Israel für die Militäraktion am 31. Mai bestraft sei.12
Wer also den Palästinensern wirklich helfen will, macht nicht gemeinsame Sache mit der im Gazastreifen herrschenden Terrororganisation und provoziert keinen Militäreinsatz – sondern erweitert die Parole „Free Gaza“ um ein „from Hamas“.

Assoziation gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft NRW

  1. Greta Berlin, Mitorganisatorin, AFP, 27. Mai 2010 [zurück]
  2. „Israel warnt Gaza-Flotille“, http://botschaftisrael.wordpress.com/2010/05/31/88/, 31. Mai 2010 [zurück]
  3. „Close-Up Footage of Mavi Marmara Passangers Attacking IDF Soliders“, Armee-Video „Peaceactivist stabbing IDF soldier“ http://www.youtube.com/watch?v=buzOWKxN2co [zurück]
  4. „A brutal ambush at sea“ http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3896796,00.html 31. Mai 2010 [zurück]
  5. „Wer steht hinter der Flottille nach Gaza“, http://botschaftisrael.wordpress.com/, 27. Mai 2010 [zurück]
  6. Ebd. [zurück]
  7. Ebd. [zurück]
  8. „Gaza flotilla participants invoked killing of Jews“, http://www.youtube.com/watch?v=b3L7OV414Kk [zurück]
  9. „Haniyeh: Gaza flotilla a triumph“, http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?ID=176812, 29. Mai 2010 [zurück]
  10. „Euer Märtyrertum sei gesegnet“ ist bspw. auf einem der neun Särge zu lesen, Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/gazaflotille106.html [zurück]
  11. Wöchentlich werden mehr als 15.000 Tonnen über israelischer Grenzübergänge nach Gaza geliefert werden. In den letzten eineinhalb Jahren waren es mehr als eine Million Tonnen Hilfsgüter, fast eine Tonne pro Einwohner. Quelle: Israelisches Außenministerium [zurück]
  12. „Hamas verweigert Annahme der Hilfsgüter“, NZZ online, 03. Juni 2010 [zurück]