Archiv für März 2011

Kundgebung gegen Nakba Ausstellung

Am 26.​03. de­mons­trierte die As­so­zia­ti­on gegen An­ti­se­mi­tis­mus und Is­rael­feindschaft NRW in Düs­sel­dorf vor dem Gebäude der Volks­hoch­schu­le gegen die bis Mitte der Woche dort gezeigte Aus­stel­lung „Die Nakba – Flucht und Ver­trei­bung der Pa­läs­ti­nen­ser 1948“. Ihren Auftakt hatte diese bereits am 16.03. Grundlage der Ausstellung ist die völ­lig ent­kon­textua­li­sier­te und den his­to­ri­schen Fak­ten wi­der­spre­chen­de Dar­stel­lung der Er­eig­nis­se vom Jahr 1948. Die Ausstellung wurde in einem Flugblatt der Assoziation gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft als offen geschichtsrevisionistisch und antiisraelisch bezeichnet.
Auch der Düsseldorfer Stadtverwaltung und der Leitung der Volks­hoch­schu­le ist dies unmittelbar vor der Kundgebung offenbar bewusst geworden („einseitig und tendenziös“, so das zuständige Dezernat), weshalb die antiisraelische Propagandaschau am Freitag absagt wurde. Zu spät, aber immerhin.

Zur Kundgebung fanden sich am 26.03. nur knapp 40 Teilnehmer ein. Vermutlich aufgrund der Absage vom Vorabend sahen etwaige Interessenten keinen Anlass mehr zum Protest. Die Veranstalter der Kundgebung zeigten sich daher enttäuscht, da die sogenannte “Nakba-Ausstellung” schließlich weiterhin durch die Lande tingeln wird. Die Absage in Düsseldorf kann deshalb nur als Teilerfolg betrachtet werden.
Neben den 40 Menschen, die gegen die geschichtsrevisonistische Ausstellung protestierten, fanden sich um 14.00 Uhr auch ca. 30 Personen ein, die die Kundgebung stören wollten. Zudem versuchten einige Mitarbeiter der Volkshochsschule zu Beginn der Kundgebung die anwesenden Polizisten zu einer “Absage” der Kundgebung zu bewegen. Schließlich habe sich mit der Absage der Ausstellung auch der Grund der Kundgebung erledigt, so das Argument der Volkshochschüler.

Die sichtlich überforderte Polizei ließ die Störer in unmittelbarer Nähe gewähren, selbst als diese begannen die gehaltenen Reden mit Zwischenrufen zu stören. Auf den mitgeführten Plakaten protestierten die Gegendemonstranten unter Anderem „gegen die Nakba-Leugner”. Es ist zu befürchten, dass damit nicht nur eine sprachliche Nähe zum Begriff der Holocaustleugnung gesucht wurde. Schlicht antisemitisch wurde zudem auf einem weiteren Plakat behauptet, die Ausstellung sei „auf Befehl der Jüdischen Gemeinde“ verboten worden (s. Bild unten). Die Veranstalter der Ausstellung, der Verein “Flüchtlingskinder im Libanon e.V.”, äußert sich in einem Schreiben ähnlich. Auch hier wird lediglich Bezug auf eine vermeintliche kritische Äußerung eines Mitglieds der Jüdischen Gemeinde zur Ausstellung genommen. Dass dies nichts als antisemitische Projektion ist, belegt nicht zuletzt das Dementi von VHS-Chefin Anne Kalender-Sander, dass es keine Intervention der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gegeben habe, die zur Absage der Ausstellung geführt hat. Über die zahlreichen Diskussionen, die durch die Ausstellung in der Stadtverwaltung, der Volkshochschule und anderswo in Düsseldorf ausgelöst wurden, schweigen sich die Nakba-“Experten” aus.

Trotz Störung seitens der Gegendemonstranten wurden auf der Kundgebung vier Reden gehalten. Der Kölner Arbeitskreis zur Nakba-Ausstellung befasste sich mit der Vertreibung von Juden und den antisemitischen Pogromen in der arabisch-islamischen Welt nach der Gründung des Staates Israel 1948. Das Bündnis Antideutscher Kommunistinnen aus Münster hielt eine Rede mit dem Titel “Eine programmatische Lücke”, in der sich mit der ideologisch motivierten Geschichtsschreibung der Ausstellungsmacher beschäftigt wurde. Die Gruppe Georg Elser aus Bonn setzte sich mit den aktuellen antisemitischen und antiisraelischen Gewalttaten auseinander. Abschließend sprach die Gruppe Salon des Communistes aus Düsseldorf über das Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus sowie über das Verhältnis von kommunistischer Kritik und Israelsolidarität.

Gegen 15.30 wurde die Kundgebung beendet. Trotz der geringen Teilnehmerzahl, der teilweise massiven Störungen und diverser Schikanen von Seiten der Polizei, darf die Kundgebung als Erfolg bezeichnet werden, da die Ankündigung der Kundgebung als auch die Aufklärungsarbeit von Seiten der As­so­zia­ti­on gegen An­ti­se­mi­tis­mus und Is­rael­feindschaft NRW im Vorfeld ihren Teil zur Absage der geschichtsrevisionistischen und antiisraelischen Ausstellung beigetragen haben wird.


Gegen jeden Geschichtsrevisionismus


Solidarität mit Israel


Gegenkundgebung

you can´t be neutral on a moving train

Am 26.​03. de­mons­triert die As­so­zia­ti­on gegen An­ti­se­mi­tis­mus und Is­rael­feindschaft NRW um 14.​00 in Düs­sel­dorf vor der VHS gegen die in den Räum­lich­kei­ten der Volks­hoch­schu­le ge­zeig­te geschichts­re­vi­sio­nis­ti­sche Aus­stel­lung „Die Nakba – Flucht und Ver­trei­bung der Pa­läs­ti­nen­ser 1948“. Der ge­naue Ort und Zeitpunkt der Kund­ge­bung: Bertha-von-Suttner-Platz 1 um 14:00!

you can´t be neu­tral on a mo­ving train.
Is­ra­el und die Nakba.
Bil­der einer Aus­stel­lung.

Vom 16. bis 31.3 prä­sen­tiert die Düs­sel­dor­fer Volks­hoch­schu­le in ihren Räum­lich­kei­ten die Wan­der­aus­stel­lung „Die Nakba – Flucht und Ver­trei­bung der Pa­läs­ti­nen­ser 1948“. Seit ei­ni­gen Jah­ren tin­gelt die vom Ver­ein „Flücht­lings­kin­der im Li­ba­non“ kon­zi­pier­te Aus­stel­lung be­reits durch Deutsch­land – und sorgt (be­rech­tig­ter­wei­se) für ei­ni­ge Kri­tik.

Der Be­griff „Nakba“ stammt ur­sprüng­lich von dem sy­ri­schen His­to­ri­ker Con­stan­tin Zu­reiq – einem in­tel­lek­tu­el­len Be­für­wor­ter der Aus­bil­dung einer „ara­bi­schen Na­tio­nalphi­lo­so­phie“. In sei­nem be­reits 1948 er­schie­nen Werk „The Mea­ning of the Di­sas­ter“ de­fi­niert er die­sen als po­li­ti­schen Kampf­be­griff – als „mo­ra­li­sches Ge­gen­ge­wicht“ – gegen den un­ge­heu­er auf­ge­la­de­nen Be­griff der Shoa.

Die hier ge­zeig­te Aus­stel­lung folgt die­ser Linie: Die „Nakba“ wird als na­tio­na­le Ka­ta­stro­phe kon­stru­iert und im­pli­zit wer­den Ana­lo­gi­en zur Ver­nich­tung der eu­ro­päi­schen Jü­din­nen und Juden ge­zo­gen, wäh­rend der Zio­nis­mus gleich­zei­tig als per­fi­de ideo­lo­gi­sche Grund­la­ge zur „Land­nah­me“ und „Ver­trei­bung“ cha­rak­te­ri­siert wird. Es wird jedoch völlig außer Acht gelassen, dass nach kontinuierlicher und systematischer Verfolgung der Jüdinnen und Juden, welches in der Shoa kulminierte, es mehr als dringend und nötig war einen jüdischen Staat zugründen. Über Jahrhunderte hinweg zeigte sich, dass kein Staat fähig oder willens war die Jüdinnen und Juden dieser Welt zu schützen. Somit ist aus jeder historisch bewussten und kritischen Hinsicht das Existenzrecht Israels in keinster Weise verhandelbar. Angesichts dieser Grundlage muss die völ­lig ent­kon­textua­li­sier­te und den his­to­ri­schen Fak­ten wi­der­spre­chen­de Dar­stel­lung der Er­eig­nis­se in der genannten Ausstellung als offen ge­schichts­re­vi­sio­nis­tisc h und an­ti­jü­disch be­zeich­net wer­den.

Ei­ni­ge Bei­spie­le?

Seit etwa 1936 häuf­ten sich im da­ma­li­gen bri­ti­schen Man­dats­ge­biet Pa­läs­ti­na an­ti­se­mi­ti­sche Po­gro­me, die von der pa­läs­ti­nen­si­schen Füh­rung mit teils na­tio­na­lis­ti­scher, teils re­li­gi­ös-​is­la­mis­ti­scher Pro­pa­gan­da an­ge­sta­chelt wur­den. In der Wan­der­aus­stel­lung wer­den diese je­doch eu­phe­mis­tisch als “pa­läs­ti­nen­sisch-​ara­bi­scher Wi­der­stand“ ge­fei­ert. Der Groß­muf­ti von Je­ru­sa­lem, Amin-​al-​Hus­s­ei­ni, wird aus guten Grün­den mit kei­nem Wort er­wähnt: Seine an­ti­se­mi­ti­schen Hetz­ti­ra­den, seine Ver­ant­wor­tung für die Po­gro­me und seine of­fe­ne Kol­la­bo­ra­ti­on mit Na­zi-​Deutsch­land vor und wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wür­den das sorg­sam ge­klit­ter­te Ge­schichts­bild auch emp­find­lich stö­ren.

Die Dar­stel­lung des Is­rae­lisch-​ara­bi­schen Krie­ges von 1948 be­ginnt mit der durch­aus rich­ti­gen Fest­stel­lung, dass die pa­läs­ti­nen­si­sche Füh­rung den UN-​Tei­lungs­plan rund­her­aus ab­lehn­te, wäh­rend sich Is­ra­el ein­ver­stan­den er­klär­te. Dar­auf­hin er­klär­ten die ara­bi­schen Staa­ten Ägyp­ten, Sy­ri­en, Trans­jor­da­ni­en, Sau­di-​Ara­bi­en, Li­ba­non und Irak dem neu ge­grün­de­ten Staat Is­ra­el den Krieg. So­weit, so un­leug­bar. Hier­aus wird je­doch nicht die ein­zig lo­gi­sche Schluss­fol­ge­rung ge­zo­gen – dass das kom­pro­miss­lo­se Ver­hal­ten der pa­läs­ti­nen­si­schen und ara­bi­schen Füh­rung zu­min­dest mit­ver­ant­wort­lich ist für die Ver­trei­bung von etwa 750000 Pa­läs­ti­nen­sern (die nur im Kon­text des Krie­ges er­klärt wer­den kann). Statt­des­sen wer­den die ara­bi­schen Staa­ten im Rah­men die­ser Aus­stel­lung per­fi­der Weise für ihr „zu zö­ger­li­ches mi­li­tä­ri­sches Ein­grei­fen“ ge­rügt. Dass es wäh­rend des Bür­ger­krie­ges im bri­ti­schen Man­dats­ge­biet ab 1947 zudem viele von ara­bi­schen Mi­li­zen be­gan­ge­ne Mas­sa­ker in jü­di­schen Dör­fern ge­ge­ben hat, wie z.B. 1948 in Kfar Et­zi­on, wird aus­ge­blen­det.

Un­er­wähnt bleibt im Kon­text die­ser Aus­stel­lung zudem die kon­kre­te Po­li­tik der ara­bi­schen Staa­ten ge­gen­über den pa­läs­ti­nen­si­schen Men­schen: Die krieg­füh­ren­den Staa­ten for­der­ten die pa­läs­ti­nen­si­sche Be­völ­ke­rung schon vor Kriegs­be­ginn dazu auf ihre Dör­fer zu ver­las­sen, um sie als Ma­nö­vrier­mas­se gegen Is­ra­el in der Hand zu hal­ten. Zudem ver­wei­ger­ten (außer Jor­da­ni­en) sämt­li­che ara­bi­sche Staa­ten die An­er­ken­nung der pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge als gleich­be­rech­tig­te Staats­bür­ger. Bis heute leben sie (so bei­spiels­wei­se in Ägyp­ten und im Li­ba­non) in La­gern – als „Bür­ger“ zwei­ter Klas­se. So muss man sich vor Augen führen, dass diese Menschen seit über 60 Jahren ohne jegliche rechtlichen Anerkennungen seitens der arabischen Länder unter unzumutbaren Bedingungen in Flüchtlingslagern leben. Obwohl viele von ihnen in diesen Lagern, also auf arabischem Boden, geboren worden sind, werden ihnen jegliche staatsbürgerlichen Rechte verweigert. So sollte an Stelle der unrealistischen und ideologisch motivierten Forderung nach einem „Rückkehrecht“ viel eher die realpolitische Forderung stehen, diese Menschen als arabische Bürger anzuerkennen.

Was aber würde pas­sie­ren, soll­te die eth­no-​de­ter­mi­nis­ti­sche und im Grun­de einer ag­gres­si­ven Blut-​und-​Bo­den-​Ideo­lo­gie ver­haf­te­te For­de­rung nach einer Rück­kehr der seit über 60 Jah­ren (das heißt seit circa drei Ge­ne­ra­tio­nen) in an­de­ren Län­dern le­ben­den Flücht­lin­ge po­li­ti­sche Wirk­lich­keit wer­den? Schon bei der Betrachtung der aufgeführten Zahlen (5 Mio. Flüchtlinge) wird deutlich, dass offenbar die Erwartung vorliegt, dass auch die Nachfahren der damaligen Flüchtlinge (rund 750.000) ein Rückkehrrecht nach Israel hätten, eine Forderung auf Grundlage einer rigiden Blut-und-Boden-Ideologie. Die hier formulierte Kritik bezieht sich nicht auf die Forderung eines Rückkehrrechts für ursprünglich vertriebene bzw. geflüchtete Menschen und Familien, sondern auf die implizierte Ideologie. Die Rück­kehr von schät­zungs­wei­se 5 Mil­lio­nen pa­läs­ti­nen­si­schen „Flücht­lin­gen“ ins is­rae­li­sche Kern­land hätte ohne jeden Zwei­fel ein Ende des Staa­tes Is­ra­el zur Folge. Jedes wei­te­re Be­mü­hen um An­nä­he­rung und ein Ge­lin­gen des Frie­dens­pro­zes­ses wäre damit end­gül­tig hin­fäl­lig. Hierhin eine Forderung nach einer „Reinhaltung“ Israels in einem rassistischen und nationalistischen Sinne zu verstehen, wäre völlig verfehlt. Es steht außer Frage, dass Israel der einzige Staat auf dieser Welt ist, welcher es vermag allen Menschen vor Antisemitismus und darin begründeter Verfolgung Schutz zu bieten. Gerade im arabischen Raum sind Antisemitismus und antisemitisch aufgeladener Antizionismus weitverbreitet und stellen für alle Jüdinnen und Juden eine elementare Gefahr da. Solange dies der Fall ist, muss es einen jüdischen Staat mit einer sicheren jüdischen Mehrheit geben. Freilich ist es zunächst Spekulation, was konkret passieren würde, würden Menschen, die auf Basis antisemitischer Klischees sozialisiert wurden, nach Israel “zurückkehren” können. Doch sollte jeder Mensch mit kritischem Bewusstsein nicht gewollt sein dieses Szenario auf die Probe zu stellen.

Darüber hinaus soll­te auch in be­son­de­rer Weise dar­ge­stellt wer­den, wel­che ekla­tan­ten Un­ter­schie­de zwi­schen den Ver­ge­sell­schaf­tungs­for­me n der ara­bi­schen Staa­ten und der pa­läs­ti­nen­si­schen Ver­wal­tung auf der einen und dem is­rae­li­schen Staat auf der an­de­ren Seite be­ste­hen. Der Staat Is­ra­el hat sich vor dem Hin­ter­grund rei­ner Ne­ga­ti­vi­tät ge­grün­det – vor dem Hin­ter­grund einer jahr­hun­der­te­al­ten Ver­fol­gungs­ge­schich­te, so­wohl in den bür­ger­li­chen Ge­sell­schaf­ten des Wes­tens als auch den ara­bi­schen des Nahen Os­tens. Es war und ist kein Zu­fall, dass (neben dem in der deut­schen Volks­ge­mein­schaft stets sei­nen ge­fähr­lichs­ten Ag­gre­gat­zu­stand er­rei­chen­den An­ti­se­mi­tis­mus) ge­ra­de die ara­bi­sche Welt einen in wei­ten Schich­ten ver­brei­te­ten Ju­den­hass seit lan­gem kul­ti­viert und ra­di­ka­li­siert. Wenn die Hamas in ihrem Pro­gramm ver­kün­det die „Juden ins Meer wer­fen“ zu wol­len und eben jene Or­ga­ni­sa­ti­on weite Teile der pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­bie­te kon­trol­liert bzw. kon­trol­lie­ren kann, so ist dies nicht Aus­druck eines Wi­der­spruchs son­dern einer Zwangs­läu­fig­keit. Dem­ent­spre­chend gilt es die kon­kre­te Po­li­tik Is­raels im Kon­text sei­ner Ge­schich­te als Pro­jekt der Über­le­ben­den, als Ret­tungs­in­sel der von glo­ba­len an­ti­se­mi­ti­schen An­grif­fen (und damit vom kol­lek­ti­ven Mord) Be­droh­ten nach­zu­voll­zie­hen. Is­ra­el ist ein klei­ner Staat, der sich seit sei­nem Be­ste­hen vie­ler An­grif­fe er­weh­ren muss­te und der ge­ra­de in der Phase sei­ner äu­ßer­li­chen und in­ner­li­chen Kon­sti­tu­ie­rung mit Si­cher­heit keine ex­pan­sio­nis­tisch-​im­pe­ria­lis­ti­schen Ziele ver­folg­te. Das Ziel das die­ser Staat viel­mehr seit sei­ner Grün­dung ver­folgt ist die (end­li­che) Ein­lö­sung des bür­ger­li­chen Glücks­ver­spre­chens für seine Be­woh­ner. Dies gilt es an­zu­er­ken­nen, bevor man sich daran macht über Ge­schich­te und Rolle des is­rae­li­schen Staa­tes zu ur­tei­len oder gar eine Aus­stel­lung zu kon­zi­pie­ren, in der von „Land­nah­me“, „Ter­ror­ak­ten“ und „Ver­trei­bung“ die Rede ist.

Wem aber die­nen eine sol­che Aus­stel­lung und die darin trans­por­tier­ten In­hal­te letzt­lich? Ähn­lich wie My­then und Sti­li­sie­rung der deut­schen Ver­trie­be­nen­ver­bän­de dient die In­stru­men­ta­li­sie­rung der Nakba der Ma­ni­fe­sta­ti­on und in­fer­na­len Fest­schrei­bung eines ver­lo­ren­ge­gan­ge­nen An­spruchs. Sie dient einer rück­wärts­ge­wand­ten Sta­bi­li­sie­rung. Die Angst aus der Ge­schich­te her­aus­zu­fal­len wird auf diese Weise ge­bannt und der pa­läs­ti­nen­si­sche Op­fer­my­thos zur ste­ten Dro­hung ge­gen­über allen, die mit den rea­len po­li­ti­schen Ge­ge­ben­hei­ten leben oder gar zu einem fried­li­chen Mit­ein­an­der fort­schrei­ten wol­len. So bleibt die per­ma­nen­te The­ma­ti­sie­rung der Nakba (zumal in der hier ge­zeig­ten Form – als krude An­ein­an­der­rei­hung his­to­risch ein­sei­ti­ger Aus­le­gun­gen und be­wusst lü­cken­haf­ter Dar­stel­lun­gen) ein Me­ne­tekel über dem Haupt Is­raels. Und dies gilt es in jedem Falle mit allen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln zu kri­ti­sie­ren! So ist das Problem nicht die Thematisierung der Vertreibungen, sondern ihre enkontextualisierte und geschichtsrevisionistische Darstellung, die offenkundig dem Zweck dient das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen. Noch Jahre nach der „Nakba“ wurden in etwa 800. 000 Jüdinnen und Juden aus den arabischen Staaten nach Israel vertrieben. So lange also Antisemitismus und Antizionismus vorherrschen, gilt es, jen­seits des his­to­ri­sier­ten Nak­ba-​Dis­kur­ses, prak­ti­sche Par­tei­nah­me für den Staat Is­ra­el und für die Si­cher­heit und Sou­ve­rä­ni­tät der is­rae­li­schen Be­völ­ke­rung zu ergreifen!

In die­sem Sinne back to where we star­ted: you can´t be neu­tral on a mo­ving train…

As­so­zia­ti­on gegen An­ti­se­mi­tis­mus und Is­rael­feind­schaft NRW // 03/11

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