Kundgebung gegen Nakba Ausstellung

Am 26.​03. de­mons­trierte die As­so­zia­ti­on gegen An­ti­se­mi­tis­mus und Is­rael­feindschaft NRW in Düs­sel­dorf vor dem Gebäude der Volks­hoch­schu­le gegen die bis Mitte der Woche dort gezeigte Aus­stel­lung „Die Nakba – Flucht und Ver­trei­bung der Pa­läs­ti­nen­ser 1948“. Ihren Auftakt hatte diese bereits am 16.03. Grundlage der Ausstellung ist die völ­lig ent­kon­textua­li­sier­te und den his­to­ri­schen Fak­ten wi­der­spre­chen­de Dar­stel­lung der Er­eig­nis­se vom Jahr 1948. Die Ausstellung wurde in einem Flugblatt der Assoziation gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft als offen geschichtsrevisionistisch und antiisraelisch bezeichnet.
Auch der Düsseldorfer Stadtverwaltung und der Leitung der Volks­hoch­schu­le ist dies unmittelbar vor der Kundgebung offenbar bewusst geworden („einseitig und tendenziös“, so das zuständige Dezernat), weshalb die antiisraelische Propagandaschau am Freitag absagt wurde. Zu spät, aber immerhin.

Zur Kundgebung fanden sich am 26.03. nur knapp 40 Teilnehmer ein. Vermutlich aufgrund der Absage vom Vorabend sahen etwaige Interessenten keinen Anlass mehr zum Protest. Die Veranstalter der Kundgebung zeigten sich daher enttäuscht, da die sogenannte “Nakba-Ausstellung” schließlich weiterhin durch die Lande tingeln wird. Die Absage in Düsseldorf kann deshalb nur als Teilerfolg betrachtet werden.
Neben den 40 Menschen, die gegen die geschichtsrevisonistische Ausstellung protestierten, fanden sich um 14.00 Uhr auch ca. 30 Personen ein, die die Kundgebung stören wollten. Zudem versuchten einige Mitarbeiter der Volkshochsschule zu Beginn der Kundgebung die anwesenden Polizisten zu einer “Absage” der Kundgebung zu bewegen. Schließlich habe sich mit der Absage der Ausstellung auch der Grund der Kundgebung erledigt, so das Argument der Volkshochschüler.

Die sichtlich überforderte Polizei ließ die Störer in unmittelbarer Nähe gewähren, selbst als diese begannen die gehaltenen Reden mit Zwischenrufen zu stören. Auf den mitgeführten Plakaten protestierten die Gegendemonstranten unter Anderem „gegen die Nakba-Leugner”. Es ist zu befürchten, dass damit nicht nur eine sprachliche Nähe zum Begriff der Holocaustleugnung gesucht wurde. Schlicht antisemitisch wurde zudem auf einem weiteren Plakat behauptet, die Ausstellung sei „auf Befehl der Jüdischen Gemeinde“ verboten worden (s. Bild unten). Die Veranstalter der Ausstellung, der Verein “Flüchtlingskinder im Libanon e.V.”, äußert sich in einem Schreiben ähnlich. Auch hier wird lediglich Bezug auf eine vermeintliche kritische Äußerung eines Mitglieds der Jüdischen Gemeinde zur Ausstellung genommen. Dass dies nichts als antisemitische Projektion ist, belegt nicht zuletzt das Dementi von VHS-Chefin Anne Kalender-Sander, dass es keine Intervention der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gegeben habe, die zur Absage der Ausstellung geführt hat. Über die zahlreichen Diskussionen, die durch die Ausstellung in der Stadtverwaltung, der Volkshochschule und anderswo in Düsseldorf ausgelöst wurden, schweigen sich die Nakba-“Experten” aus.

Trotz Störung seitens der Gegendemonstranten wurden auf der Kundgebung vier Reden gehalten. Der Kölner Arbeitskreis zur Nakba-Ausstellung befasste sich mit der Vertreibung von Juden und den antisemitischen Pogromen in der arabisch-islamischen Welt nach der Gründung des Staates Israel 1948. Das Bündnis Antideutscher Kommunistinnen aus Münster hielt eine Rede mit dem Titel “Eine programmatische Lücke”, in der sich mit der ideologisch motivierten Geschichtsschreibung der Ausstellungsmacher beschäftigt wurde. Die Gruppe Georg Elser aus Bonn setzte sich mit den aktuellen antisemitischen und antiisraelischen Gewalttaten auseinander. Abschließend sprach die Gruppe Salon des Communistes aus Düsseldorf über das Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus sowie über das Verhältnis von kommunistischer Kritik und Israelsolidarität.

Gegen 15.30 wurde die Kundgebung beendet. Trotz der geringen Teilnehmerzahl, der teilweise massiven Störungen und diverser Schikanen von Seiten der Polizei, darf die Kundgebung als Erfolg bezeichnet werden, da die Ankündigung der Kundgebung als auch die Aufklärungsarbeit von Seiten der As­so­zia­ti­on gegen An­ti­se­mi­tis­mus und Is­rael­feindschaft NRW im Vorfeld ihren Teil zur Absage der geschichtsrevisionistischen und antiisraelischen Ausstellung beigetragen haben wird.


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